2019 "Hier sind sie richtig" von Marc Camoletti

Hier sind sie richtig

"Hier sind Sie richtig"

Liebe, Kunst und Chaos

 

Es ist wie so oft im Leben: Eigentlich ist alles da, nur mit der Verteilung hapert es. Angebot und Nachfrage passen nicht recht zusammen, was kompliziert werden kann, auf der Boulevardbühne aber für gut zwei Stunden urkomisch anzuschauen ist.

Ort der Handlung ist eine helle, von den Bühnenbildnern Kurt LichtfußPeter Wundersamer, Ernst Matlschweiger und Monika Kerschbaumer liebevoll gestaltete Pariser Wohnung in cremefarbenen Tapetentönen zu braunen Möbel. Dort treiben Liebe, Kunst und Chaos auf engstem Raum schillernde Blüten. An den Wänden, hinter denen Klaviermusik wie der „Flohwalzer“ erklingt, hängen Fotos der Hausherrin Georgette. Auf einem kleinen Beistelltisch steht eine Likörflasche mit gefährlich grün leuchtendem Inhalt, in der Mitte des Appartements ein Biedermeier-Sofa als Fixpunkt im turbulenten Treiben, zum Sitzen, Liegen und Hin- und Her Rutschen. Vier Türen gibt es – eine für jede Bewohnerin einer kuriosen Wohn-Gemeinschaft.

Da ist zunächst die alternde Gesangs-Diva Georgette (Renate Greiner), die einen Mieter sucht und per Zeitungs-Annonce – als Running Gag mit dem Kürzel „V. F. S“ in jeweils unterschiedlicher Bedeutungsauflösung ins Geschehen eingebaut – ein muskulöses Spartacus-Modell (Erwin Reichenpfader) findet. Nach dem hatte allerdings Malerin Jacqueline – Kerstin de Martini – eigentlich Ausschau gehalten. Die wiederum hält den von Pianistin Janine (Manuela Mandl) bestellten Klavierschüler Jean (Alfred Windl) für ihr Modell, würde aber auch den Mietinteressenten Bernard (Hubert Vukelic) malen. Dazwischen taumelt Bertrand (Christoph Schmied) herum, der sich auf die Heiratsannonce von Haushälterin Berthe (Bettina Jäger) bewirbt und, vom grünen Likör benebelt, von Georgette umgarnt wird. Eine Konstellation also, die von Anfang an für zwischenmenschliches Chaos sorgt.

Verrückter und verwickelter – in bester Tür-auf-Tür-zu-Manier – als in dieser Inszenierung geht’s kaum im Theater.

Weibliche Überzeugungskünste und nackte Männer-Tatsachen werden freigelegt, der Spartacus-Darsteller posiert cool in Unterhosen, der scheue Klavierschüler steckt in einem komischen Gewand, und Bernard brüskiert schon mal die Frau, die er für die Vermieterin hält.

Unterm Strich ist diese Inszenierung ein Heidenspaß, Unterhaltungs-Theater, das wirkungsvoll und überzeugend auf nichts anderes als die Lachmuskeln zielt.

 

Aufführungen:  Volkshaus Stainach

 

Freitag                    18.01.2019             20.00 Uhr

Samstag                 19.01.2019             20.00 Uhr

Sonntag                 20.01.2019             16.00 Uhr

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